schallmessungen

Schallmessung an der Lüftungsanlage einer Physiotherapie-Praxis

Schallmessung an Wechsellüftern in einem Hotelzimmer

Bei Schalldruckmessungen gibt es unterschiedliche Zeitbewertungen und Frequenzbewertungen. 

Bei der Frequenzbewertung ist die bekannteste die „A“-Bewertung (dB(A)). Diese passt die Schallpegelwerte bei verschiedenen Frequenzen dem menschlichen Hörempfinden an. Maximal zulässige Schalldruckwerte werden meistens in dB(A) angegeben. 

Bei der Zeitbewertung wird entweder der Mittelwert des Schalldruckpegels über 1 s („Slow“), 125 ms („Fast“) oder 35 ms („Peak“) bestimmt. Je nach Art des Schallsignals können diese Werte erhebliche Unterschiede aufweisen. Es ist offensichtlich, dass die Mittelwertbildung über unterschiedliche Zeitbereiche völlig unterschiedliche Werte ergeben wird. 
Gerade bei der Messung von niedrigen Lautstärken werden diese häufig durch Störgeräusche überlagert. Dies können Verkehrslärm, ein Kühlschrank, Vogelgezwitscher, Atmen, Polizeisirenen o. ä. sein. 

Um diesen Effekt zu eliminieren, betrachten wir bei solchen Schallmessungen daher immer die zeitlich verschieden bewerteten Schallsignale. Über einen Zeitraum von z. B. 30 s werden dann die Maximum- und Minimum-Werte bestimmt: 

Da Lüftungsanlagen wie auch Wärmepumpen immer eine Art Grundrauschen erzeugen, das kontinuierlich vorhanden ist und kaum Schwankungen unterliegt, ist für die Messung des Schalls von solchen Anlagen ​insbesondere der Wert LAFMinT von Bedeutung, also der niedrigste Schalldruckpegel (über einen Bewertungszeitraum von 125 ms) über 30 s. 

Kurze Geräusche, die kürzer als 30 s sind, beeinflussen diesen Wert nicht. Langanhaltende Störgeräusche (wie z. B. andere Dauergeräusche oder Flugzeug-Überflüge o.ä.) können damit allerdings nicht eliminiert werden.

Beispiel für den Zeitverlauf eines Schallsignals mit Störgeräuschen und unterschiedlichen Bemessungszeiträumen

Die Unterschiede der verschiedenen Messwerte werden an dem im Bild gezeigten Beispiel deutlich, bei dem ein Beamer (mit Lüfter) aus- und angeschaltet wird: Während die übrigen Messwerte relativ großen Schwankungen durch Störgeräusche unterliegen, insbesondere je empfindlicher sie werden (kurze Zeitbewertung bei Max-Werten, lange Zeitbewertung bei Min-Werten), zeigt der schnelle Minimalwert LAFMinT (dicke grüne Linie) sehr deutlich das Ab- und Zuschalten des Beamers. Im ausgeschalteten Zustand liegt der Wert bei ca. 32 dB(A), im eingeschalteten Zustand bei ca. 42 dB(A). Dieser Wert ist also das eigentliche Lüftungsgeräusch des Beamers. Im idealen Zustand, wenn also keine Störgeräusche auftreten, wären alle unterschiedlich bewerteten Messwerte gleich. Entsprechende kurze Phasen sind auch in diesem Beispiel erkennbar, bei denen die Werte sehr dicht beieinander liegen. Lediglich der Peak-Wert ist in diesem Beispiel immer höher, da dieser mit einem Bewertungszeitraum von 35 ms bereits auf einzelne Frequenzen reagiert (eine Periodenlänge von 35 ms entspricht einer Frequenz von 28,6 Hz).

Schallmessung des Lüftungsgeräusches eines Projektors

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